12.12.2018

Packender Bericht einer Zeitzeugin über ihre Kindheit in der NS-Zeit

Frau Marianne Wilke beeindruckte die Schülerinnen und Schüler durch die Schilderungen ihrer persönlichen Erfahrungen in der NS-Zeit. Frau Wilke, die in Hamburg geboren wurde und einen jüdischen Vater hatte, schilderte am 12.12. 2018 in der Aula der Gottfried-Semper-Schule ihre Kindheit als Halbjüdin während der NS-Zeit. Sie machte klar, wie die NS-Ideologie, die alle Lebensbereiche durchdrang, auch im Unterricht in den Schulen spürbar war. Dass es im Biologieunterricht nicht länger um Blutgruppen ging, sondern um deutsches Blut und jüdisches Blut und dass im Deutschunterricht Gedichte gelernt wurden mit Zeilen wie „Ich bin ein braunes Mädel, vom Kopf bis zu den Zehen…“. Frau Wilke erzählte, wie sie als kleines Kind Begriffe wie Rassenschande verstehen lernte und man ihr beibrachte, dass es höherwertiges und minderwertiges Leben gab. Es wurde sehr still in der Aula der Gottfried-Semper-Schule als Frau Wilke erzählte ab wann Juden nicht mehr an deutschen Schulen unterrichtet wurden und dass sie als nicht schulwürdig die Schule verlassen musste. Sie erzählte auch vom Schicksaal ihres Vaters, der am Ende des Krieges doch noch nach Theresienstadt deportiert wurde, aber überlebte. Ihre Schilderungen waren so eindringlich und von eigenen persönlichen Erfahrungen geprägt, dass gerade auch dadurch die Schülerinnen und Schüler sehr beeindruckt waren und durch ihren Bericht mehr lernten als in mancher Weltkundestunde zum gleichen Thema.

MarianneWilke Zeitzeugin